Zuendsteuergeraet_W126

 

Diese Reparaturanleitung beschreibt den Austausch des Endtransistors des Mercedes V8 Zündsteuergeräts vom W 126; (mittlere Serie, ohne Vorwiderstände, kein Vacuumanschluß, ein Vierpolrundstecker, ein Zweipolkoaxrundstecker);

Mercedes 001 545 86 32 bzw.

Bosch 0 227 100 023 (made in Germany) oder

0 227 100 042 (made in Spain)

 

Der Originaltransistor ist ein Bosch TO-3 NPN Darlington mit Chipabmessungen 5x5mm .

Typenbezeichnung : Bosch 1012. Obsolet, nicht beschaffbar. Macht aber nichts : Er läßt sich ersetzen durch z.B. einen BU931ZP oder einen BU 941Z im TO-3P Gehäuse. Dieser ist leicht beschaffbar und im Datasheet findet sich der explizite Anwendungshinweis für diese Typen in Hochleistungszündanlagen.

 

Leider hat Bosch alles gegen Servicefreundlichkeit getan was geht. Der Endtransistor ist UNTER der Platinenebene, und zwar von unten an einen kleinen Flansch genietet, der seinerseits wiederum an das Gehäuse genietet ist.

 

Bei solchen Härtefällen, wo der Hersteller alles unternommen hat um den Verbraucher zum wegwerfen zu zwingen, laufen wir erst richtig warm.

 

DEMONTAGE:

 

Gehäusedecke abschrauben. (4 Schrauben)

 

6 Lötverbindungen zwischen schwarzem Steckverbinderblock und Platine trennen.

 

3 Lötverbindungen zwischen T1 Endtransistor und Platine trennen.

 

2 Lötverbindungen zwischen 33 Ohm Zementwiderstand (sitzt im Gehäuse unter der Platine) trennen.

 

4 Schrauben, die die Platine und den IC Bosch 0086 im Gehäuse halten, entfernen.

 

Platine aus Gehäuse entnehmen, dabei den 0,08 Ohm Zementwiderstand (von oben sichtbar) im Isolationsschlauch vorsichtig aus seiner Klemmung lösen.

 

Platine beiseite legen.

 

Isolierscheibe aus Hartpapier beiseite legen.

 

Man sieht jetzt im Gehäuse vernietet die drei Anschlüsse des TO 3 Endtransistors.

 

Die vier Vernietungen der Transistoradapterplatte mit Bohrer 2,5mm exakt mittig zentrieren, dann mit 6,8mm Bohrer die vier Vernietung rausbohren bis sich die Adapterplatte lösen lässt. Nicht zu tief bohren. die 2,5mm Zentrierbohrungen dürfen durchs Gehäuse durchgehen.

 

Anschließend in die 2,5mm Löcher M3 Gewinde reinschneiden. Das kann man bestens von der Gehäuseunterseite machen.

 

Der alte Bosch 1012 ist auf der Adapterplatte mit zwei Hohlnieten festgenietet. Hohlnieten vorsichtig ausbohren. Glimmerscheibe aufbewahren.

 

ZUSAMMENBAU:

 

Den neuen TO-3P jetzt von unten isoliert anschrauben (Glimmerscheibe, Wärmeleitpaste, Isoliernippel für die M3 Schraube , Federring )

 

Nachmessen ob der Transistor wirklich keine leitende Verbindung zum Gehäuse hat.

 

Die Adapterplatte mit Wärmeleitpaste und mit M3 Senkschrauben im Hauptgehäuse einschrauben.

 

Hartpapier Isolierscheibe auflegen.

 

Platine vorsichtig einsetzen.

 

4 Bef.-schrauben der Platine locker reinschrauben.

 

3 Lötstellen Endtransistor verbinden (etwas knifflig, da die Anschlüsse kürzer sind als beim TO-3)

 

4 Bef.-schrauben der Platine anziehen.

 

2 Lötstellen des 33 Ohm Zementwiderstands verbinden.

 

6 Lötstellen des Steckverbinderblocks verbinden.

 

Das Machwerk betrachten. Nichts vergessen ? ok; dann kann man es jetzt testen.

Klemme 31            Masse

Klemme 15            Plus 13,8 V

Klemme 16            Zündspule primär Klemme 1

(Klemme 15 der Zündspule geht ebenfalls an Plus 13,8 V. Verschiedene Zündspulen haben verschiedene Innenwiderstände. Dringende Empfehlung: Der Zündspule bei solchen Testaktionen 2 Ohm Zementwiderstand vorschalten, dann kann dem Zündmodul nichts passieren.)

Koax Anschluss mit einem Zündverteiler mit Induktivgeber verbinden (Daimler, Mopar, Ford USA....)

 

Funkenstrecke 2mm von Zündspule Klemme 4 an Zündspule Klemme 1 basteln.

Spannung drauf.

Am Verteiler drehn.

Funkt`s ? OK, alles richtig gemacht !

 

Noch ein paar Infos am Rande:

 

Bosch 0086 sieht auch aus wie ein TO-3 Transistor, ist es aber nicht.

Es ist ein 16 PIN IC. Vermutlich ein Leistungs-Operationsverstärker.

 

Was für ein Exemplar der Bosch 1012 ist, hat sich erst nach dem entfernen von dessen Kappe offenbart. (siehe Foto) Ganz klar ein Darlington.Siehe letztes Bild.

 Bild 1: Deckel geöffnet

 Bild 2: Platine ausgebaut; von oben

 Bild 3

Platine, von unten.

 Bild 4

Gehäuse von innen; mit Adapterplatte und Bosch 1012. Die Adapterplatte 4x massiv vernietet; der 1012 2 fach hohlvernietet.

 Bild 5

Einbau BU931ZP Schritt A

 Bild 6

Einbau BU931ZP Schritt B

 

 Bild 7

Einbau BU931ZP Schritt C

Bild 8

Isolierscheibe nicht vergessen.

Bild 9

Platine eingesetzt und verlötet

Bild 10

Testlauf auf der Werkbank

Bild 11

Der geöffnete Bosch 1012 NPN Darlington

 

viel Erfolg wünscht

 der Nullbewahrer