ZX81

Hier mein erster kleiner 8 bit Computer aus dem Jahre 1981:

Es ist einer der ersten ZX81 von SINCLAIR; "first edition".

8 bit Datenbus / 16 Bit Adressbus / 1 k RAM / 8k ROM.

Takt 3,25 MHz.  Bild: Schwarz/Weiss.  Sound: Nein.

****CHIPS****

Er enthält 5 Chips:

Eine Z80A CPU von ZILOG oder ein Klon davon; dann heißt er  D780C von der Firma NEC.

Einen 8k ROM

Zwei 1k/4 bit RAM`s Type 2114 (oder einen 1k/8 bit RAM)

Eine ULA (uncommitted logic array), auch als Sinclair Computer Logic bezeichnet. Hier ein 2C184E (frühes Modell). Spätere Modelle haben den 2C210E. (-->Besseres Bild).

Dieser Chip wurde von FERRANTI für Sinclair gefertigt und ist eine Art festprogrammiertes gate array.

Übrigens: Links auf dem Bild ein später ZX mit 210er ULA und rechts der alte mit der 184er ULA. Direkter Vergleich zeigt, dass das Bild der 210er wirklich besser (und heller) ist.

 

 

 

Unten links: HF Modulator.

40 poliger Chip darüber: ULA

28 poliger Chip rechts: ROM

Unten rechts mit Kühlblech: 7805 Spannungsregler 5 V

Mitte der Platine: Z80A CPU

Zwei kleine Chips oben: RAM`s; type 2114 (1k x 4 bit)

****Verarbeitung****

Die Verarbeitung ist gut; 2mm dicke Epoxy Platine; die großen Chips alle mit Fassung.

****Bildausgabe****

Wird ebenfalls von der CPU erledigt, daher ist der Rechner im SLOW modus recht langsam. Im FAST modus ist er etwa 3-4x schneller. (Dann wird während der Berechnung das Bild abgeschaltet). Das Ausgangssignal des HF modulators ist auf der Frequenz:

UHF Kanal 36 Band IV; 591250 kHz = 591,25 MHz.

Dem Bildsignal fehlt die sogenannte hintere Schwarzschulter. Am besten kommen alte S/W Fernseher damit klar, der ZX81 funktioniert ABSOLUT NICHT mit modernen TV Geräten !

Dieser Computer ist eben logischerweise für 1980er Fernseher gemacht worden...

Wenn alles stimmt, ist der Bildschirm grauweiß und unten links ist ein kleines K zu sehen.

****Speicherkapazität****

RAM Speicher: 1 k Byte. Ja, genau : 1024*8 bit.

Kann man damit Programme schreiben ? Ja, man kann. Ein Genie hatte 1983 ein Schachprogramm für den ZX81 mit 1k herausgebracht !

Verfügbare Speichererweiterungen:

Gab es in guter Qualität von der Firma Memotech; das sog. Memopak. Erhältlich in: 16k 32k 48k 64k. Da der Z80 Prozessor einen 16 bit Adressbus hat kann er zwangsläufig max. (2 ^16 )* 8 bit = 64 k verwalten.

Das Original 16k Speichermodul ("Wobbler") von Sinclair war von grauenhafter Qualtität in Ausführung und Zuverlässigkeit.

****Programme speichern****

Das wird mit einem Casettenrecorder erledigt. Die Zuverlässigkeit des Speicher/Lesevorgangs ist nicht sonderlich hoch.

****Programmiersprache****

Die Programmiersprache ist ZX81 Basic. Es ist ein Dialekt des BBC Basics. Die Basic Befehle sind bereits auf der Tastatur drauf; ein Tastendruck reicht und der Befehl steht da.

****Tastatur****

Einfache Folientastatur ohne Klick-Feeling. Benötigt alle 2 Wochen eine Intensivpflege mit ArmorAll Cockpitpflegespray damit sie elastisch bleibt und nicht brüchig wird. Da die Tastatur nur über 8 Dioden mit dem Adressbus A8 bis A15 der CPU verbunden ist, kann man leicht parallel eine selbstgebaute Tastatur über den rückwärtigen Steckanschluss anschließen.

(Schaltplan des ZX81 ansehen, dann ist sofort klar wie`s geht)

****Vier Anschlüsse (seitlich) ****

TV Ausgang: Cinch Buchse.

9 V DC Eingang: 3,5mm Klinke mono, Innenleiter=Plus.

Kassettenlaufwerk Ausgang: 3,5 mm mono Klinke.

Kassettenlaufwerk Eingang: 3,5mm mono Klinke.

****Anschlussleiste hinten****

Adressbuss/Datenbus sind hinten herausgeführt. ACHTUNG: Die verzinnten Leiterbahnen die als Kontaktleisten dienen sind sehr oxydationsanfällig. Bevor man hier ein Speichermodul dranstöpselt unbedingt reinigen: Am besten ein Q Tip Stäbchen mit Liqui Moly 3110 Kontaktspray befeuchten und Kontakte ca. 5 min sauberrubbeln. Das hilft.  :-)

****Abmessungen****

Der Computer ist nur etwa 165mm breit 175mm tief und 40mm hoch. Gewicht ca. 300 gramm. 9V DC Netzteil extern.

****Anwendung****

Ingenieurmässige Anwendungen wie z.B. Berechnung der Parameter von Gegenstromwärmetauschern oder Berechnung der Eigenresonanzfrequenzen von schwingfähigen Systemen und viele andere rechenaufwändige Anwendungen sind mit ZX Basic einfach und schnell zu erstellen. Da sich mit FOR/NEXT sehr einfach Loops generieren lassen die bei jedem Durchlauf mit einer IF Abfrage verlassen werden können, ist es möglich komplexe Zusammenhänge iterativ durchrechnen zu lassen und so zu einem Ergebnis zu kommen.

Einige meiner ZX Programme haben in leicht veränderter Form bis heute überlebt, laufen nun aber der Einfachheit halber auf dem TI-83+ (der hat eine Z80 CPU !!!)  und dem TI Voyage 200 (der hat eine Motorola 68000 er CPU); beide in TI Basic programmierbar- sehr ähnlich wie ZX Basic. Insbesondere der TI-83+ ist dem ZX 81 sehr artverwandt.

****Genial oder nicht ?****

Der ZX 81 ist , was das Verhältnis Aufwand / Output betrifft, für mich der ultimative Meilenstein in der Geschichte der Heimcomputerentwicklung. Für 400 DM gab`s 1981 einen Computer für alle. Das kleine Kistchen ist mit mehr technischen Tricks vollgestopft die alles das Ziel haben: "Maximaler Output bei minimalem Hardwareaufwand" wie keine andere Maschine.

Keine Frage; Sir Clive Sinclair ist ein Genie.

****Spiele auf dem ZX81****

Schach: gut.

Actionspiele: Lassen Sie`s lieber....

****Ich will auch mal nen ZX 81 programmieren****

Wer schnell mal ZX feeling schnüffeln will, sollte sich erst mal nach einem alten tragbaren Fernseher aus den 80ern umsehen und dann den ZX z.B. in der Bucht kaufen.

<<<<Das ist mir zu kompliziert>>>>

Dann lieber zum TI-83+ greifen; der hat dieselbe CPU.

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---->>>>Basic Dialekte<<<<----

Ein kleines einfaches Beispielprogramm zeigt die unterschiedlichen Basic Dialekte.

Für den ZX 81:

10 Let A=1

20 Rem 99

30 Let A=A+1

40 Print A

50 Scroll

60 If A>10 Then Stop

70 Print "L"

80 Scroll

90 Goto 20

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Für den TI-83+:

1 Sto A

Lbl 99

A+1 Sto A

Disp A

If A>10

Then

Stop

Else

Disp "L"

End

Goto 99

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Für den TI Voyage 200:

1 Sto A

Lbl lb99

A+1 Sto A

Disp A

If A>10 Then

Stop

Else

Disp "L"

EndIf

Goto lb99

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Wenn man wechselweise Programme auf versch. Rechnern schreibt, kann das ganz schön knifflig werden   ;-)

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Noch ein Beipiel:

Für den ZX 81:

10 For N=1 To 100 Step 1

20 Print N

30 Scroll

40 If N>50 Then Print "H"

50 If N<=50 Then Print "L"

60 Scroll

70 Next N

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Für den TI-83+:

For (N,1,100,1)

Disp N

If N>50

Then

Disp "H"

Else

Disp "L"

End            (Ende der If Abfrage )

End            (Ende der For Schleife)

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Für den TI Voyage 200:

For N,1,100,1

Disp N

If N>50 Then

Disp "H"

Else

Disp "L"

EndIf

EndFor

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alles klar...? dann ma los.....