SRPP_Preamp

 

SRPP Line Preamp

Dieses Projekt ist eine einfacher, universell einsetzbarer Line Vorverstärker.
Das Gerät soll klanglich hohen Ansprüchen genügen und durch die Abwesenheit
von Brumm- und Rauschfremdspannung glänzen. Auf alles, was nicht wirklich
erforderlich ist, soll verzichtet werden.

Schaltung des SRPP Verstärkers:



Die Wahl fiel auf eine sog. SRPP Schaltung (Shunt regulated push pull)
mit der Doppeltriode ECC 82  = 12 AU 7
Der Verstärkungsfaktor entspricht etwa dem einer Pentode, während das
Rauschen dem der Triode entspricht.

Die beiden Systeme der Doppeltriode sind in Reihe geschaltet. Die Gegenkopplung erfolgt über den 1,5 k Widerstand, der zwischen
Kathode des oberen Systems und Anode des unteren Systems liegt.

Um Fremdspannungsstörgeräusche auf eine absolut mögliches Minimum zu reduzieren, liegt das Lautstärkepoti am Ausgang des Preamps. Dies funktioniert
in der Praxis hervorragend; meine anfänglichen Befürchtungen dass der Preamp
durch zu hohe Ausgangspegel vom CD Player übersteuert wird haben sich
als falsch erwiesen.

Schaltung des Netzteils:

Anodenspannung:

Hier erkennt man konservative C-R-C Siebung für die Hochspannung;
aus Sicherheitsgründen den 1 Meg Entladewiderstand für die Siebelkos
nicht vergessen.

Heizspannung:

Zwei Röhren des Typs ECC 82 ziehen insges. 6,3V / 600 mA Heizstrom.
Aus Gründen der Brummarmut werden die Röhren mit DC beheizt.
Ein Gleichrichter B40C2200 mit einer großzügigen C-R-C Siebung
4700 yF / 1,5 Ohm / 4700 yF liefert bei einer Versorgungsspannung
von 6,3 V AC am Ausgang genau 6,3 V DC; ohne aufwändige Spannungsregler.

Der erforderliche Widerstand (hier : 1,5 Ohm) hängt bei dieser Schaltungsart
vom Innenwiderstand des verwendeten Gleichrichters ab. Wer hier einen dicken
10 Ampere Brückengleichrichter einsetzt, braucht 1,8 Ohm; wer einen schwächlichen 1 A Gleichrichter verwendet eventuell nur 1 Ohm.
Also zur Sicherheit DC-Heizspannung messen und Widerstand entsprechend anpassen.
Der 50er Jahre Siemens Netztrafo stammt ebenfalls aus der Bastelkiste.
Solche und ähnliche Trafos sind in vielen Röhrenradios zu finden,
die eine EL84 in der Endstufe haben.
Wer keinen hat, kann z.B. bei www.askjanfirst.de einen passenden Trafo
preiswert beziehen. Netzsicherung (0,3 A tr) nicht vergessen.


Chassis:

Die Montageplatte mit den Abmessungen 115x190x3mm besteht aus schwarzem
Kunststoff, den es im Baumarkt zu kaufen gibt. Er lässt sich hervorragend bearbeiten und kleben und ist für Projekte mit kleinen Trafos ausreichend tragfähig. Man kann natürlich auch Bakelit oder Alu verwenden. Der Rahmen darunter ist aus zwei Lagen 19mm MDF gefertigt.

Masseführung:

Netzteilmasse:
Masse von Gleichrichter und Siebelkos an einem Punkt zusammenfassen.
Signalmasse:
Alle Bauteile direkt an den Röhrensockel löten; ebenso die Cynchmasse.
Zusammenführung:
Netzteilmasse und Signalmasse mit einem Silberdraht verbinden.

Unverbindliche Bauteil-Empfehlung:

Die Widerstände sollten 1W / 1 % Metalloxid Typen sein; zumindest die beiden 1k5 an den Kathoden und die beiden 100 k Winderstände.
Der Koppelkondensator 0,47yF sollte ein >= 630 V  spannungsfester  MKP oder besser FKP Typ sein.

Ergebnis:

Das einfache Vorverstärkerchen, ursprünglich nur als Experiment geplant (alle Teile lagen in der Bastelkiste griffbereit) hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Brumm / Rausch ist selbst bei voll aufgedrehtem Lautstärkepoti nur hörbar, wenn man mit dem Ohr "direkt am Lautsprecher klebt". Dies wundert mich ehrlichgesagt insofern, da kein abschirmendes Gehäuse verwendet wurde und außerdem der Netztrafo nur 60 mm von den ECC 82 entfernt ist.

Wer hat`s erfunden:

Ich nicht. Die SRPP Grundschaltung des Verstärkers stammt in der vorliegenden Form aus einem Buch namens "Der Hifi Röhrenverstärker" von K.P. Hoffmann;
außerdem wird ein sehr ähnlicher SRPP Preamp mit 6SN7 von einem
renommierten Hifi Komponenten Bausatzlieferanten hergestellt und vertrieben.
Von diesem habe ich insbesondere die Schaltung der einfachen DC-Heizung abgeguckt.

Viel Spass beim Nachbau wünscht

wankmiller440@aol.com