Quad 2 Concordant

Die Quad 2 Concordant ist eine Endstufe, die auf Basis der Quad 2 Chassis in den 90er Jahren von Doug Dunlop konzipiert wurde. Da Original Quad 2 mit den beiden EF86 Pentoden in der Vorstufe nicht so das Gelbe vom Ei sind, gibt es eine Vielzahl an Modifikationen, die mehr oder weniger gelungen sind. Wer eine originale Quad 2 an Hochwirkungsgradlautsprecher anschließt wird zunächst mal vom relativ hohen Brumm- und Rauschpegel der Monoblöcke überrascht sein. Nicht verwunderlich wenn man die Siebkapazität des Netzteils ansieht: Gerade mal 2x16yF sind hier verbaut. Die Anodenspannung der Endröhren gelangt direkt über das erste Lade-C (also vor der Siebdrossel !) an den Ausgangsübertrager. Die Concordant Quad II ist ein von Grund auf neu entwickeltes Konzept, das die Schwachpunkte der Original Quad II eliminiert: 

Die Technik in Kurzform:

Röhrenbestückung der Concordant Quad II:

ECC 83

ECC 88

2xEL34

6550 als Längsreglerröhre für die Versorgungsspannung der ECC 83 & ECC 88.

DC Kopplung aller Vor/Treiber Stufen.

Stufe 1: Anodenfolger (System 1 ECC 83)

Stufe 2: Kathodenfolger (System 2 ECC 83)

Stufe 3: Phasensplitter ECC 88

Stufe 4: 2xEL 34 in Pentodenschaltung; fixed Bias.

 

Hier der Schaltplan der Concordant Quad II, den ich aus dem Gerät rückwärts entwickelt habe. (Reverse Engineering) Das war sehr zeitaufwändig, da die Monos auf Grund der relativ kleinen Chassis recht gedrängt aufgebaut sind. Die Gridstopper vor der ECC83 und den EL34 habe ich hinzugefügt. Den Schutzleiter an Chassis gab es vorher auch nicht. 

 

 

Hier ein Bild der beiden Monos:

Die gemessene Brummspannung beider Monos:

 

Es ist hinzuzufügen, daß ich diese Quads mit einem defekten Ausgangsübertrager, völlig ausgelutschten Endröhren und einem defekten Siebelko bekommen habe. Einen Orignal Übertrager konnte ich glücklicherweise in England finden, gegen einen sehr erheblichen Euro-Betrag.

Die Concordant Quad II laufen absolut stabil, klingen extrem gut und haben niedrigen Brumm- und Rauschpegel.

Der Brummpegel am Ausgang liegt bei 0,6mV (Originale Quad II haben etwa 1,5-2,0 mV) . Diese Endstufen können daher auch an Lautsprechern mit hohem Wirkungsgrad betrieben werden, ohne daß der Brumm nervt.

Der Heizstrom von 5,26A, den die Röhrenanordnung zieht, ist völlig im grünen Bereich, da der Netztrafo auf 6A ausgelegt ist. (Siehe Betriebsanleitung Quad II). Der Netztrafo war auf 6A ausgelegt, weil er auch den Quad Vorverstärker und den Quad Tuner versorgen konnte.

Die Concordant Quad II Version ist keine einfache Modifikation der Quad II Schaltung, sondern ein völlig anderer Amp. Ein sehr aufwändiger Umbau (=Neuaufbau), aber lohnenswert. Wer solch ein Gerät hat, braucht es nicht zu modifizieren, da kein Modifikationsbedarf besteht.

08/2019 Röhrenklingklang