NAD541i

Der NAD 541 i CD Player machte sich durch folgendes Verhalten unbeliebt:

Er spielte eine CD bis zu einem willkürlichen bestimmten Punkt und blieb dann hängen. Man konnte dann hören wie die Lasernachführungsfeinmechanik (also die Mechanik, die den Laser im FEINbereich mit pulsbreitengesteuerten Signalen elektromagnetisch nachführt) ein hochfrequentes fiepen von sich gab und nix weiter passierte.

Meine erste Einschätzung war daß die D+5V Versorgung weich wurde, durch vertrocknete Elkos, erwieß sich als falsch. Ich hatte die Siebkapazität vor dem 7808, vor dem 7805, nach dem 7805 "aufgepfropft" , das löste das Problem nicht.

Kontaktprobleme an Steckverbindungen und eine verschmutzte Linse war`s auch nicht.

Des Rätsels Lösung: Stick Slip Effekt in der LasernachführungsGROBmechanik. Diese Führung ist aufgebaut mit einer geschliffenene runden Stahlstange auf der der Laserschlitten präzise geführt fährt.

Das Problem ließ sich wie folgt lösen:

Ausgestecktes Gerät ohne CD im Schacht öffnen. Von oben ist jetzt die Führungsstange sichtbar. Mit Wattestäbchen die Führungsstange säubern. Ein neues Wattestäbchen mit reichlich Liqui Moly 3110 tränken und die Führungsstange damit einreiben. Gerät einschalten. Eine 80min CD einlegen und 10x zwichen dem ersten und letzten Track wechseln (Der Schlitten fährt dann von Anschlag zu Anschlag und das Schmiermittel wird verteilt) Das verfahren des Schlittens kann von oben beobachtet werden. Fertig ! Problem beseitigt.

Hinweis: Niemals direkt Schmiermittel reinsprühen.

Vor ein paar Jahren hatte ich schon mal Probleme mit dem NAD. Damals war der Steckverbinder Ringkerntrafo-Platine marode; und zwar gleich doppelt an der weißen Leitung: Der Lötpunkt des Lötnagels unten an der Platine hatte sich aufgelöst, die Lötstelle war ab Werk suboptimal; und der Steckverbinder selbst wurde so warm daß selbiger Kontakt verschmorte. Ich weiß nicht was zuerst da war; zu hoher Übergangswiederstand am Übergang Female-Male oder unter der Platine die schlechte Lötstelle.

Ein weiteres Problem war der Übergang Flexflachkabel des Laufwerks auf Platine. Liftet man den Kunststoffsockel, so kann man das einseitig blanke Flachkabel ohne Steckverbinder einfach und völlig gewaltfrei rausziehen. Bei der Reinigung mit LM 3110 auf Q Tip stellte ich erstaunlich viel braunen Gubbel fest.

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In Kurzform:

 

-Steckverbinder Ringkerntrafo-Platine prüfen+reinigen+3110

-Steckverbinder Flexflachkabel auf Platine reinigen+3110

-Linearführungsstange mit 3110 reinigen+schmieren

-Sicherungen aus den Haltern nehmen, mit 3110 reinigen.

 

 Hier noch Bilder der Problemstellen:

Flexkabel:

Power Steckverbinder RKT/Platine:

Führungsstange der Linearführung des Lasers

Viel Erfolg !